Bali, Baby!

Drei Wochen Bali – ich dachte, das wird bestimmt schön. Und dann kam alles ganz anders.

 

 

 

 

Es war das erste Mal, dass wir richtig grosse Familienferien verbrachten. Wir sind zwar schon mehrere Male nach Portugal geflogen, aber das zählt irgendwie nicht, weil wir dort ja auch zu Hause sind.

 

 

 

Drei Wochen in Bali im November - ich wurde beneidet. Ich freute mich auch, wenn auch nicht so, wie es zu kinderlosen Zeiten der Fall war. Das hatte mehrere Gründe.

 

Erstens: Die Reise an sich. Mehr als 24 Stunden würden wir unterwegs sein. Insgesamt 16 Flugstunden verbringen. Mit einem 14 Monate alten Kleinkind. Was hatten wir uns bloss gedacht, als wir diese Reise buchten?

 

Zweitens: Eingeschränkt und unspontan sein vor Ort. Wir hatten zwei Unterkünfte lange vor Abreise vorgebucht, ganz atypisch. War das okay oder würden wir uns zu Tode langweilen? Man ist ja so eingeschränkt mit dem kleinen Kind.

 

Drittens: Wie zur Hölle sollen wir packen und sicher stellen, dass wir nichts wichtiges vergessen? (Spoiler: Haben wir natürlich nicht geschafft).

 

 

 

Und dann ging es los. Joaquin hat auf dem ersten Flug (sechs Stunden nach Dubai) kein Auge zugemacht. Also schon: Während des Landeanflugs ist er eingeschlafen. Dennoch: Mit allem, was rundherum passierte, mit der Fernbedienung des Monitors, der lustigen Flight-Attendant und viel Improvisationstheater von Renato und mir ging der Flug verhältnismässig schnell vorbei. Learning Nummer 1: Die mitgebrachten Spielsachen waren uninteressant. Die eingepackten Snacks (Microc, Reiswaffeln, Banane, Apfel, Quetschbrei, Kekse) dafür umso beliebter.

 

 

 

In Dubai verschanzten wir uns in einer sehr grosszügigen Familientoilette, wuschen Joaquin (er hatte es dringend nötig), zogen ihm frische Kleider an und putzten alle gemeinsam unsere Zähne, bereit für viel Schlaf auf dem zweiten Flug. Haha.

 

 

 

Tatsächlich schlief Joaquin während rund sechs der neun Stunden nach Denpasar, Bali. Leider war er viel zu lang für das Babybett, auf das wir eigentlich gesetzt hatten. Emirates schreibt, es sei verfügbar für Kinder bis  zwei Jahre und/oder 11 Kilo. Wir hätten wissen müssen, dass Joaquin da nicht mehr reinpasst. Also schlief er auf Papa. Und dann machten wir weitere drei Stunden den Clown bis wir landeten.

 

 

 

In Bali angekommen, erwartete uns ein Fahrer des Hotels. Ein Segen! Gerädert wie wir waren, hätte ich keine Lust gehabt, mich um ein Taxi zu kümmern. Schwupps ins Auto, ohne Kindersitz, Joaquin auf dem Schoss. Der war plötzlich wieder müde und schlief schwitzend, aber selig bis wir fast zwei Stunden später im Hotel ankamen.  Ach, was sag ich, im Paradies. Das Hotel Ulun Ubud liegt etwas ausserhalb von Ubud und gibt einem das Gefühl, mitten im Dschungel zu sein. Es ist an einen Hang gebaut und hat demensprechend viele Treppen, die überwunden werden wollen. Das Hotel ist nicht das, was man als ein Familienhotel bezeichnen würde, aber wir wurden herzallerliebst empfangen und Joaquin wurde behandelt als wäre er King Joaquin.

 

Das vorab bestellte Babybett stand bereit, wunderbar ausgerüstet mit einem pinkigen Moskitonetz. Wir haben im hoteleigenen Restaurant hervorragend gegessen und die Massagen waren so gut, dass Renato und ich uns einig sind: Sie gehören zu den besten, die wir je hatten.

 

 

Der Pool, das hilfsbereite Team, Ubud in der Regenzeit - es war grossartig. Wir fuhren entweder mit dem Hotel-Shuttle oder einem Taxi ins Zentrum und zurück. Wir gewöhnten uns innerhalb von zwei Tagen daran, ohne Kindersitz unterwegs zu sein.

 

 

Learning Nummer 2: Den Kinderwagen hätten wir zu Hause lassen können. Es gibt zwar meistens Trottoirs, aber die sind schmal und mindestens alle fünf Meter unpassierbar. Wir benutzten ausschliesslich unseren Lillébaby.

 

 

 

Nach fünf Tagen fuhren wir von Ubud nach Canggu in die wunderbare Villa Rona. Yep, living big war unser Motto und wir lebten während zwei Wochen zu dritt in einer Villa, die locker doppelt so viele Menschen beherbergt hätte. Wir hatten einen eigenen Pool, absolute Privatsphäre und die wunderbare Kadek. Dieser Engel kam jeden Morgen zu uns in die Villa, machte uns Frühstück, putzte und spielte mit Joaquin, während wir frische Mango, Papaya, Banana-Pancakes und Bali-Müesli verspeisten. 

 

Die Villa Rona liegt ebenfalls ausserhalb des Zentrums. Zu Fuss sind es gut 50 Minuten und nicht unbedingt ein lauschiger Spaziergang entlang der Strasse. Hier ist man mit Roller unterwegs und auch wir überlegten uns, einen zu mieten. Wir sahen viele Familien, die mit Kind und Kegel auf dem Töff unterwegs waren. Und zwar bei weitem nicht nur Balinesen. Da wir aber nicht sehr geübte Rollerfahrer sind und auch gerne mal ein Bier oder zwei (okay, auch drei) trinken, entschieden wir uns dagegen und waren problemlos mit Taxis unterwegs.

 

 

 

Canggu ist sehr entspannt, hat so viele nette Cafés und Restaurants und ist einfach… wunderbar.

 

Renato ging surfen, ich machte Yoga und Joaquin liebte  den Pool. Während Joaquin seinen Mittagsschlaf machte, lagen Renato und ich auf dem Liegestuhl, redeten, badeten, lasen und schliefen. Richtig Ferien eben.

 

 

 

Dabei hatte ich mich auf wenig erholsame Ferien eingestellt. Und erlebte dann die entspanntesten Woche seit sehr sehr langer Zeit. Viel entspannter als die Reisen ohne Kind, in denen ich rückblickend getrieben war, immer auf dem Sprung, immer das Gefühl, noch nicht alles gesehen zu haben und das wichtigste zu verpassen. Endlich konnte ich richtig herunterfahren, die Zeit mit meinen Männern geniessen und so tief in meine Yoga- und Meditationspraxis eintauchen, wie es mir schon lange nicht mehr gelungen war.

 

 

 

Nach drei Wochen war ich Zen AF. Und bin es, drei Wochen nach der Rückkehr, noch immer. Renato und ich sind uns einig: Diese drei Wochen waren die besten Ferien. Von allen. In unserem ganzen Leben.

 

 

 

Bali, du wunderbare Insel mit deinen wunderbaren Menschen: Danke, danke, danke!

 

 

 

PS: Der Rückflug war ähnlich wie der Hinflug, aber zusätzlich mit einer Passagierin, die wegen eines weinenden Kindes (nicht unseres)  total austickte. Musst dann schnell aufstehen und mich einmischen. Ansonsten verlief der Flug aber ohne weitere Turbulenzen.

 

 

 

 

Und hier einige Tipps, Empfehlungen und Erfahrungen:

 

 

 

Unterkünfte

 

 

 

 

 

 

Yoga in Canggu

 

  • The Practice! Nicht zu verpassen, die Shala ist so schön, dass man dort wohnen möchte.

 

 

 

Essen und Trinken in Canggu

 

  • The Common Café: Wir kamen fast täglich hierher, der Service ist grossartig und das Essen lecker. Und das beste: Die Affogato zum Dessert. Schon alleine deswegen würd ich nochmals 26 Stunden reisen.
  • Deus Café: Leckeres Essen, cooler Shop und Top-Barber (Renato-approved)
  • Mocca Café: Unbedingt die Pizza mit Blueberrys und Feta essen. Ich weiss, Pizza in Indonesien, aber sie ist den Stilbruch wert, versprochen.

 

 

 

 

 

 

Reisen in Bali mit Kleinkind

 

  • NEHMT GENUEGEND MILCHPULVER MIT! Wir haben zu wenig mitgenommen und festgestellt, dass es in Canggu zwar Milchpulver gibt, aber nur solches mit Geschmack. Wir machten dann ein wenig unterhaltsames Reisli durch den Stossverkehr in den Carrefour in Seminyak (ein riesiger Supermarkt). Dort fanden wir schliesslich eine Milch von Nestlé, die unseren Ansprüchen genügte. Dort gibt es auch sonst alles, also auch Christbäume, zum Beispiel.
  • Windeln gab es überall, wir haben Pampers im Pepito-Markt in Canggu gekauft
  • Dort gibt es auch Glässchen-Nahrung und Squeeze-Beutel
  • Mückenspray für uns und für Joaquin haben wir vor Ort gekauft. Apotheken mit sehr hilfsbereitem Personal gibt es an jeder Ecke.
  • Den Kinderwagen kann man getrost zu Hause lassen. Entweder das Kind geht selbst oder man trägt es. Buggys machen mehr Arbeit als dass sie helfen.
  • Generell: Die Balinesen sind so unglaublich kinderfreundlich und wir fühlten uns überall willkommen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen verfügten alle Restaurants und Café über Baby-Chairs. Und der Reis nature für Joaquin (er brauchte einen Moment, sich an das Essen zu gewöhnen) war oft liebevoll garniert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich sage es gerne noch einmal: Best. Holidays. Ever. 

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