Raus mit euch!

Wie schnell die Zeit vergeht! Schon bald ist Joaquin drei Monate alt. Und ich finde ihn nach wie vor das herzigste Baby der Welt (auch hier: Danke Mutter Natur!) 

 

 

Es liegt eine intensive Zeit hinter uns. Die Nächte voller Geschrei und ohne Schlaf haben mich an den Rand der Verzweiflung gebracht. Ohne meine Liebsten hätte ich das wohl kaum unbeschadet überstanden: Sie haben mir zugehört, wenn ich ins Telefon geschluchzt habe, sie haben mir Essen gekocht und welches für den Tiefkühler mitgebracht, sie kümmerten sich um Joaquin, damit ich duschen, schlafen oder einfach mal sein konnte, sie nahmen mich in den Arm, wenn ich es brauchte. Danke euch, ihr Engel! 

 

Mein Rat an alle Neu-Mütter: Nehmt jede Hilfe an, die ihr kriegen könnt. Ihr müsst nicht alles alleine schaffen und es ist okay, zu heulen, unglücklich und überfordert zu sein. Redet darüber, versteckt euch nicht. Mutter zu sein ist wunderbar, aber es ist auch der härteste Job der Welt, verdammt.

 

Und: Geht raus, sobald wie möglich. Renato und ich gingen nach sechs Wochen zu einer Geburtstagsparty, während meine Mama auf Joaquin aufgepasst hat. Als wir mit dem Fahrrad losfuhren, fühlte ich mich so wild wie in meinen Partynächten in den 20ern und atmete den Duft der Freiheit gierig ein! Es war ein tolles Gefühl, mit Renato als Paar unterwegs zu sein, und nicht als Mami und Papi. Nach drei Stunden wollte ich wieder nach Hause, schliesslich wollten wir das Grosi nicht überstrapazieren. Dieser eine Abend hat mir gezeigt: Das Leben geht weiter. Ich bin immer noch ich und ich kann Dinge tun, die mir Spass machen. Das hat mir enorm viel Energie gegeben. Wir machen weiter so: Manchmal gehen wir zusammen weg, mal Renato mit seinen Freunden, mal ich mit meinen. Oder ich gönne mir eine Massage, während das Gotti bei Joaquin bleibt. Es sind diese Inseln der Erholung, die für mich so wertvoll sind. 

 

Genau wie die Yoga-Practice und das Meditieren. Es gelingt mir, fast jeden Tag wenigstens eine Viertelstunde zu sitzen oder auf der Matte zu sein. Und zwar, bevor ich aufräume, Wäsche wasche oder Dusche. Prioritäten setzen, das ist das Geheimnis. Und Duschen wird eh überbewertet. 

 

Doch das das Beste an allem ist Joaquin. Ihn zu begleiten und mit ihm die Welt neu zu entdecken, ist das wunderbarste Abenteuer. Und das Lehrreichste: Man wird ganz schön mit dem eigenen Ego konfrontiert. Aber dazu ein ander Mal mehr. 

 

 

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