Ich habe den Bauch voll

Ich bin überglücklich, schwanger zu sein. Und dennoch habe ich jetzt genug davon. 

 

 

Mein Bauch ist mittlerweile so gross, dass ich meine Schamgegend nur noch unter grösster Anstrengung, und auch dann nur teilweise, sehen kann. Ich stosse immer wieder Gegenstände um oder putsche gegen Türrahmen, Tischkanten und andere Menschen, weil ich mich noch immer nicht an diese Dimensionen gewöhnt habe. 

 

Durch die Grösses des Bauches wird auch meine Symphyse mehr belastet und mein Dauerschmerz wird fast täglich mehr. Es gibt Stunden, da ist es mir in keiner Position wohl und ich werde unruhig und wütend. Bloss: Auf wen? Das ist manchmal das Ärgste: Ich kann meine Mut an niemandem auslassen. Diese Beschwerden gehören nun mal zur Schwangerschaft und die haben wir uns ja – früher oder später – gewünscht. Nichts desto Trotz wird manchmal Renato zum Empfänger dieser Gefühlsausbrüche. Er erträgt sie tapfer und mit einer Engelsgeduld. Ich bewundere ihn dafür.

 

Am Wochenende waren wir im Geburtsvorbereitungskurs im Triemli. Er war besser und hilfreicher, als erwartet. Es hat uns als Paar gut getan, sich so offiziell gemeinsam auf die Geburt vorzubereiten und hat unsere Vorfreude noch gesteigert. Aber auch die Ungeduld. Ich bin jetzt in Woche 36. Wenn der Junge pünktlich kommt, dauert mein Wal-Dasein also noch knapp fünf Wochen. Es kommt mir ewig vor, obwohl es gerade Mal so lange ist, wie ich normalerweise Ferien pro Jahr habe. Und die find ich ja immer schrecklich kurz.

 

Ich übe mich nun in Geduld, erfreue mich an der Vorfreude, meditiere und sage heimlich immer mal wieder zum Bébé: Es ist übrigens schon okay, wenn du früher kommst, wir freuen uns sehr auf dich. 

 

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