Meditation ist die Antwort

Mittlerweile bin ich in der 35. Woche schwanger. Einerseits scheint es mir ewig her, dass ich auf den Teststreifen gepinkelt habe, anderseits kann ich kaum glauben, dass der Kleine demnächst schlüpfen könnte. Da hilft nur eines: Meditation.

 

 

Die Ferien in Portugal haben dem Jungchen gut getan: Er hat sich gedreht und den Weg Richtung Ausgang doch noch gefunden. Das hat mich natürlich unendlich gefreut, da ich mir eine Spontangeburt wünsche. Allerdings hat dies zur Folge, dass meine ohnehin schon lockere Symphyse mehr Druck ausgesetzt ist und dadurch auch mehr Schmerzen verursacht.  

 

Am Wochenende kamen dann plötzlich sehr heftige Schmerzen im Unterbauch dazu und am Montag fühlte ich mich, als hätte ich ein Wochenende lang durchgefeiert. Ich vereinbarte einen Termin im Triemli, wo sich mir eine herzallerliebste Hebamme annahm, meinen Bauch abtastete, die Herztöne des Babys überprüfte und mich mit soviel Wohlwollen umsorgte, dass mir fast die Tränen kamen. Ihr Fazit: Wahrscheinlich Senkwehen. Der Junge hat also definitiv geschnallt, wos lang geht. Dennoch kann es noch Wochen dauern, bis er dann wirklich kommt. 

 

Die Hebamme befand, dass ich ab sofort mehr Ruhe brauche, damit ich entspannt und ausgeruht bin, wenn es los geht. Mein Erschöpfung und meine Kreislaufbeschwerden bestätigte dies, dennoch hatte ich ein schlechtes Gewissen. Schon gut fünf Wochen vor dem Termin nicht mehr zur Arbeit? Was die Leute wohl denken?

 

Doch dann beschloss ich, diesen Gedanken keinen Raum zu lassen. Ich bin schwanger. Es ist eines der grössten Ereignisse meines Lebens. Und vielleicht das einzige Mal, dass ich einen kleinen Menschen in mir trage. Ich will diese Zeit geniessen, Raum haben, mich der Schwangerschaft hinzugeben, mich hinzulegen und zu schlafen, wenn mir danach ist und immer wieder meinen Bauch zu beobachten, der unkontrolliert zuckt. 

 

Und Zeit zu haben, zu Meditieren. Im Moment fällt es mir morgens schwer, mir wird im Sitzen oft so schwindelig, dass ich Schweissausbrüche bekomme und fast ohnmächtig werde. Am frühen Abend hingegen fühlt sich das Sitzen an, wie nach Hause kommen.

Ich finde Ruhe, Gelassenheit und Zuversicht in der Ruhe.

Ich spüre eine starke Verbundenheit zum meinem Sohn und meine Mutterliebe wächst mit jedem Atemzug. 

Ich fühle mich stark bereit, anzunehmen, was auf mich zukommt.

 

Meditation ist – wie so oft – die Antwort. 

 

 

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