Minimalism

Gerade habe ich einen der besten Dokumentarfilme seit langem gesehen. „Minimalism“ hat mich so beeindruckt, dass ich sofort meine ganze Wohnung ausmisten möchte.

 

Die Autoren Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus berichten darüber, wie sie selbst zum Minimalismus gefunden haben und porträtieren Menschen, die ihre eigene Art des Minimalismus leben. Sei es in einem Mini-Haus, nicht grösser als ein durchschnittlicher Camper; sei es durch Meditation; sei es durch einen Kleiderschrank mit nur 33 Kleiderstücken; sei es durch die Aufgabe des Karriere-Jobs und einem Rucksack, in den alle Besitztümer passen. Doch Minimalismus gilt nicht nur für Objekte, Kleider und schicke Möbel: Weniger ist mehr gilt auch bei Freundschaften. Und beim Handy: Wann habe ich das letzte Mal mein Handy tagsüber einfach mal für eine Stunde ausgeschaltet? Ich kann mich nicht erinnern.

 

 

Gerade jetzt, wo meine Energie knapp und meine Mobilität eingeschränkt ist, bekommt Minimalismus für mich eine grössere Bedeutung. Ich habe nicht mehr die Kraft, jeden Abend unterwegs zu sein, fünf Leute pro Woche zu treffen, allen vermeintlichen sozialen Verpflichtungen nachzukommen. Ich selektiere. Und merke: Es tut gut, nicht das Gefühl zu haben, auf allen Hochzeiten tanzen zu müssen. Einfach mal zu sagen: Nein, ich bleibe zu Hause und lege die Füsse hoch. Auch das ist Minimalismus.

 

Mit der Umstandsmode ist es ja auch so eine Sache: In viele Kleider passe ich nicht mehr rein oder fühle mich aufgrund meiner Ausdehnung in alle Himmelsrichtungen nicht mehr wohl. Also ab zu H&M, günstig ein paar Schwangerschaftsklamotten kaufen, ohne gross darüber nachzudenken. Und genau zu wissen, in ein paar Monaten trag ich die Kleider nicht mehr. Jetzt ist es mein Ziel, mit möglichst wenig Kleider auszukommen. Es ist okay, wenn sich die Garderobe jede Woche wiederholt. Ich will mir nur das Allernötigste kaufen, dafür mit Bedacht. Wie Joshua Fields Millburn sagt: „Alles was ich trage ist mein Lieblingsstück.“ Und hoffentlich gelingt es mir, diese Philosophie auch nach der Schwangerschaft zu erhalten.

 

Denn: Je grösser der Minimalismus, desto geringer die Verlustängste, der Einkaufsstress, die Platzprobleme, die Zeitnot und die Gier.

 

Dafür haben wir mehr Zeit, mehr Freiheit, mehr Raum und mehr Liebe für uns selbst.

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